Nach dem verletzungsbedingten Aus von Lindsey Vonn gab es keine Zweifel mehr, dass Lara Gut den Gesamtsieg im alpinen Skizirkus holen wird. Ebenso ist wohl klar, dass der FC Basel die siebte Fussballmeisterschaft in Serie gewinnt.

Ein anderer Ausgang schien oder scheint alles andere als logisch. Doch hätte jemand gedacht, dass der souveräne Qualifikationssieger ZSC Lions bereits in den Playoff-Viertelfinals gegen den SC Bern ohne einen einzigen Sieg die Segel streichen muss? Oder dass der TV Solothurn als dominanter Qualifikationssieger der 1. Liga den Aufstieg in letzter Sekunde noch verspielt?

«Es gibt keine härtere Lebensschule als den Sport», sagt TVS-Trainer Matthias Heger noch heute. Seit dem Nicht-Aufstieg ist ein Jahr vergangen. Das Umfeld des Vereins wurde weiter professionalisiert. Das Kader blieb grösstenteils unverändert. Der Verein steht erneut an der Tabellenspitze: noch grösser und noch eindrücklicher.

Von den bisherigen 19 Spielen wurden deren 19 gewonnen, der Platz in den Aufstiegsspielen steht schon längere Zeit fest. Und weil auch das zweitplatzierte Chênois Genf, NLB-Absteiger und grösster TVS-Konkurrent, in den beiden Direktvergleichen dominiert wurde, gilt dasselbe für den Gruppensieg. Die 1. Liga scheint wahrlich die falsche für die junge und ambitionierte Truppe.

Vordergründig gleiche Ausgangslage

Fünf Spiele und mindestens vier notwendige Siege trennen den TVS daher aufs Neue von der ersehnten Nationalliga B. «Es beginnt eine neue Meisterschaft, die Vorzeichen werden auf null gestellt», sagt Heger. «Schliesslich ist jedoch nicht vieles anders.»

Vordergründig scheint die Ausgangslage also gleich. Im Hintergrund hat sich beim TV Solothurn aber einiges getan. Muss es auch, wie Marco Kurth bestätigt. Der Routinier vom A-Ligisten Bern Muri wird kommende Saison spielender Assistenztrainer im TVS-Dress sein. «Ich spüre eine Art Aufbruchstimmung. Das Ziel NLB wurde unmissverständlich kommuniziert und ist in den Köpfen aller Beteiligten.»

Was also ist das Geheimrezept, um nicht wieder in letzter Sekunde zu scheitern? Einerseits wurde schon während der gesamten Spielzeit mit einem bekannten Mentaltrainer zusammengearbeitet. Nicht üblich für ein Erstliga-Team, doch es unterstreicht die Ambitionen der Solothurner. «Wir gewinnen nun auch knappe Spiele, die wir vergangene Saison noch verloren hatten», sagt Heger.

Andererseits wurde der Trainingsbetrieb umgestaltet. Eine gewisse Lockerheit wird bewusst gefördert. «Es wird immer noch gleich hart und konzentriert gearbeitet. Wir versuchen aber, den Spielern mehr Freiheiten zu geben», so der Trainer. Diese Massnahme soll helfen, in den entscheidenden Momenten nicht zu verbissen zu sein und auf die eigenen spielerischen Qualitäten zu vertrauen.

Ein Schritt, der auch bei den Spielern gut ankommt? Stellvertretend sagt Marco Melcher, Solothurner Flügelstammkraft: «Das Training wirkt von aussen betrachtet manchmal etwas lasch. In den Spielen geben aber immer alle 100 Prozent und mehr. Vermutlich sind es genau solche Erfahrungen, die uns noch stärker machen.» Immer wieder wird in Solothurn von der Erfahrung gesprochen. «Ein solches ‹Negativerlebnis› wie vergangene Saison macht jeden Spieler mental stärker», versichert der 150-fache Schweizer Nationalspieler Kurth. War im vergangenen Jahr der Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen, noch zu gross, «kennt die Mannschaft nun diese Situation. Nur so kann man über sich hinauswachsen.»

Dies ist wohl der entscheidende Faktor im Vergleich mit den anderen Aufstiegsanwärtern. Obwohl noch nicht alle Entscheidungen hinsichtlich Aufstiegsspiele gefallen sind, verfügt nur der TV Solothurn über eine vergleichbare Vergangenheit. Sowohl Seen, ebenfalls bereits für die Aufstiegsspiele qualifiziert, als auch Uster, Kreuzlingen und Frauenfeld aus der Gruppe 1 tun sich in der Qualifikation schwer. Und auch Olten oder Wohlen aus der zweiten Gruppe sind von der spielerischen Qualität nicht mit Solothurn zu vergleichen. Einzig Stans verfügt über ein vergleichbares Kader wie Solothurn.

«Im Normalfall können wir uns nur selber schlagen», sagt Trainer Heger zuversichtlich. Ähnlich tönt es aus den Reihen der Spieler. «Jeder hat das nötige Potenzial. Wenn wir so spielen, wie wir es normalerweise tun, reicht es für den Aufstieg», sagt Melcher. Und was rät der erfahrene Kurth? «Das Wichtigste ist, dass sich die Mannschaft nicht verkrampft. Spielerisch ist sie überlegen. Die Entscheidung fällt in den Köpfen der Spieler. Im vergangenen Jahr sahen sie den Aufstieg als selbstverständlich an. Doch nach dem Absturz kommt meist der Aufstieg. Wenn sie jeden Gegner respektieren und sich mental auf ihn vorbereiten, gelingt der Aufstieg.» Vieles gleich also, aber alles hoffentlich ganz anders in der Solothurner Handballwelt.

Quelle: Solothurner Zeitung Online Bild: © Hans Peter Schläfli

Wir haben vieles getan, damit es dieses Mal mit dem Aufstieg klappt. Nun benötigen wir die Unterstützung von euch allen. Das Team freut sich über volle Zuschauerreihen am letzten Heimspiel um 19.30 Uhr im CIS Solothurn gegen Yverdon.

Für die Aufstiegsspiele hoffen wir, dass wir viele TVS'ler aus nah un fern in der Halle begrüssen dürfen. Bitte merkt euch folgende Daten vor:

  • 16.04.2016, Heimspiel im CIS
  • 20.04.2016, Auswärtsspiel
  • 23.04.2016, Heimspiel im CIS
  • 27.04.2016, Heimspiel im CIS
  • 30.04.2016, Auswärtsspiel

Sobald die Gegner und die genauen Anspielzeiten bekannt sind werden wir sie umgehend informieren.

Let's win together!!!