Glanzauftritt im Derby
- tvsolothurn
- 17. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Mit einem «Stängeli» gewinnt der TV Solothurn auch das dritte, wichtige Duell gegen ein Team aus der hinteren Tabellenhälfte. Gegen Herzogenbuchsee gelingt ein überzeugender 39:29-Sieg. Dank der zwei Punkte und der besseren Tordifferenz klettern die Aarestädter wieder hoch auf den achten Rang.
Gaudenz Oetterli
Wegen eines Tores in der Schlusssekunde musste sich der TVS im Hinspiel gegen Handball Oberaargau geschlagen geben. Zu einem vergleichbaren Herzschlag-Finale kam es vergangenen Samstag im Rückspiel nicht. Zu dominant waren die Solothurner, die wie schon in der Vorwoche gegen Visp eine sehr überzeugende Leistung zeigten.
Nur zwei Mal, gleich zu Beginn der Partie, lag das Heimteam kurz im Hintertreffen. Die motivierten Buchser legten zielstrebig los und erzielten gleich im ersten Angriff den ersten Treffer. Doch auch die Einheimischen war bereit für das Derby und boten sogleich Paroli. Das Kräfte-Remis dauerte jedoch nur rund fünf Minuten. Danach sorgte der TV Solothurn mit drei Toren innert 58 Sekunden für die erste Zäsur im Spiel und zog auf 6:3 davon.
Komfortable Führung zur Halbzeit
Diese drei Tore Differenz blieb in der Folge mehr oder weniger bestehen und das Skore veränderte sich bis zur 16. Minute nur geringfügig. Bei genauerer Betrachtung des Gezeigten auf dem Platz konnte man aber schon in dieser resultatmässig ausgeglichenen Phase Vorteile auf Seiten des TVS ausmachen. Die Ambassadoren entwickelten mehr Zug zum Tor, konnten ihre Spielzüge umsetzen und blieben variantenreich. Das zeigten vor allem die ersten sieben Tore des Spiels, die von sieben unterschiedlichen Spielern erzielt wurden. Auf jeder Position – inklusive Penalty-Punkt – zeigte sich der TVS gefährlich.
Ab Mitte der ersten Hälfte setzte Solothurn zum zweiten Zwischenspurt an. Und zu diesem Zeitpunkt zeigte sich, dass der zuvor gewonnene Eindruck nicht täuschte. Die Aarestädter konnten noch einen Gang hochschalten, während die Oberaargauer nicht nachzulegen vermochten. Aus einem 13:10 (16. Minute) wurde innert fünf Minuten ein 19:13, und der Vorsprung verdoppelt. Dank eines Treffers unmittelbar mit der Pausensirene hatte der Sechs-Tore-Vorsprung auch zur Pause noch Bestand (23:17).
Frühe Entscheidung nach dem Seitenwechsel
Auch die Halbzeit-Pause sollte den Gästen aus Herzogenbuchsee nicht helfen. Denn wie schon vor einer Woche gegen Visp, gab sich das Team von Trainer Andri Tatarinoff nicht alten Un-Tugenden hin. Im Gegenteil: mit Wiederanpfiff setzten die Solothurner noch einen drauf und zogen innert zweieinhalb Minuten um weitere drei Tore davon. Der Widerstand der Berner war damit bereits früh gebrochen und es erschien schwer zu glauben, dass die Gäste noch einmal ins Spiel zurückfinden könnten. Vor allem zumal sich der TVS auch weiterhin keine Blösse gab.
Als Solothurn zu Beginn der 54. Minute auf 36:23 erhöhte, wirkte es so, als könnte es den Buchsern gar eine der höchsten Saisonniederlagen verpassen. Doch in den letzten Minuten zeigten die Ambassadoren etwas Gnade und auch etwas Überheblichkeit, während Herzogenbuchsee noch seinen Stolz zeigte. Während die Solothurner mit 360-Grad-Trickwürfen, Schlenzern und Abschlüssen aus allen (un)möglichen Positionen scheiterten, liessen sich die Berner nicht gehen und erzielten noch fünf Treffer.
Das wichtigste Spiel folgt jetzt erst
So sind die letzten fünf Minuten denn auch das einzige Haar in der Suppe, das es beim 39:29-Sieg im Derby zu finden gab. Denn die Ambassadoren stecken trotz Ranggewinn in der Tabelle nach wie vor mit einem Bein im Abstiegssumpf. Und das nächste Spiel wir sogar noch wichtiger, denn es geht gegen den Zweitletzten, Nyon La Côte. Der zweitletzte Platz ist der Barrageplatz, genau auf diesen muss man möglichst viel Distanz aufweisen. Mit einem Sieg gegen Nyon kann der TVS sieben Punkte Differenz zu diesem Platz schaffen, mit einer Niederlag beginnt das grosse Zittern von Neuem.
In dieser wichtigen Phase ist Überheblichkeit fehl am Platz, auch wenn der Sieg mit zehn Toren Vorsprung schon klar ist. Viel wichtiger ist aktuell, die Konzentration hoch zu halten, um starken Leistungen gegen Visp und Herzogenbuchsee auch im Nyon-Spiel abrufen zu können. Sollten die Aarestädter dieses Spiel gewinnen, dann wäre ein Fall in die Barrage zwar rechnerisch noch möglich, aber nicht mehr wirklich realistisch. Und ja, wenn der TV Solothurn auch gegen Nyon kurz vor Schluss deutlich führt, dann darf dies mit einem Trickwurf gefeiert werden. Bis dahin gilt jedoch: volle Konzentration und bedingungsloser Einsatz.
Foto: Urs Trösch

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